Am kommenden Montag, den 31.03, bin ich bereits vier Wochen unterwegs. Ich hab gerade kurz mit dem Finger geschnippt und genauso kurzweilig fühlt sich diese lange Zeit bereits an. Ich verliere immer mehr den Überblick über Zeit wie auch Wochentage, unterscheide nicht mehr zwischen Woche und Wochenende. Konstrukte und Konzepte fangen an, sich aufzulösen.
In diesen vier Wochen ist bereits so unendlich viel passiert. Während die erste Woche durch Deutschland von durchgehenden Sonnenschein, Sonnenbrand und kalten Nächten geprägt war, waren die folgenden drei Wochen vorwiegend von Kälte oder Regen oder Gegenwind oder noch besser, von allem gleichzeitig, geprägt. Ich hab bisher viele Tage geflucht, da ich mir etwas mehr Sonne im Süden erhofft hatte, aber eines besseren belehrt wurde.
Es fühlt sich an, als wäre ein Immunsystem nicht dafür gemacht und aufgrund meiner genetisch vererbten Nierenkrankheit (Alport-Syndrom) funktioniert mein Immunsystem leider auch nicht so gut wie bei manch anderen. Damit habe ich aktuell wohl am meisten zu kämpfen und jetzt gerade liege ich im Bett (Budva, Montenegro) und habe seit vorgestern wieder die ersten Grippesymptome. Kratzender Hals, Nase zu und der Körper rebelliert.
Aus einem Ruhetag mache ich somit ein bis zwei Weitere und hoffe, spätestens Montag wieder auf dem Sattel sitzen zu können. Am Ende habe ich das allerdings nur bedingt in der Hand, kann mir meine Ingwer-Zitronen-Honig-Infusionen reinballern, ausruhen und mich gut nähren. Der Körper wird entscheiden und gleichzeitig lerne ich dabei, wieder mal die Kontrolle abzugeben. Einfach sein zu lassen. Wahrscheinlich eine Sache des lebenslangen Lernens.
Aber was soll ich sagen, als Warmduscher und Sonnenfanatiker ist es halt auch kontraproduktiv im März auf eine Radreise zu starten. 🤣 Außer: Man will vor Winteranbruch auf der anderen Seite der Weltkugel sein. Das ist die einzige Motivation gewesen, um im März zu starten, denn im Winter durch Japan zu fahren, ne lass mal.
Und wer weiß? Vielleicht sind diese harten ersten Wochen am Ende für was gut. Vielleicht nur für die Erfahrung, vielleicht aber auch dafür, dass alles was danach kommt, deutlich leichter von der Hand (oder eher aus den Beinen) geht. Ich freue mich jedenfalls auf die ersten Sonnenstrahlen, auf die Wärme und etwas mehr Leichtigkeit, die davon ausgehen.
Liebe, Kevin 🫶🏽
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